28.08.2017Hotzenplotz in Oberperfuss

Anlässlich des bevorstehenden Theater-Herbstes freuen wir uns über ein Interview mit Gabi Lorenz, die heuer zum ersten Mal die Regie übernimmt. Am Spielplan steht eine Räuber-Geschichte für Groß und Klein: „Der Räuber Hotzenplotz“ von Otfried Preußler. Ein Stück für die ganze Familie. Der erste Teil vom Räuber Hotzenplotz ist bereits im Jahr 1962 erschienen und wird somit heuer 55 Jahre alt. Preußler bediente sich des Personals aus dem Kasperltheater. Großmutter und Fee verkörpern das Gute, Räuber und Zauberer das Gegenteil. Jedes Kind kennt das Kasperltheater. Die Figuren bleiben in wechselnden Kombinationen stets die gleichen. Eine der spannendsten ist wohl aber die Geschichte vom RÄUBER HOTZENPLOTZ und sie wird heuer von der Volksbühne Oberperfuss auf die Bühne gebracht. Es ist kein Zufall, dass wir unser Interview in einer Kaffeerösterei führen, denn ...

„Da raubt nun der Hotzenplotz der Großmutter die Kaffeemühle! Während Wachtmeister Dimpfelmoser aber noch sein Protokoll erstellt, sind die hellen Jungs Kasperl und Seppel schon unterwegs und stürzen sich in ein spannendes Abenteuer!“

 

Hallo Gabi, vielen Dank, dass du dir Zeit nimmst. Es freut uns, dass du dich bereit erklärt hast, die Regie für unser heuriges Stück zu übernehmen. Bist du selbst mit Otfried Preußlers Geschichten aufgewachsen?

Gabi: Nein, aber beim Heranwachsen meiner Kinder habe ich die entzückenden Geschichten rund um den Räuber Hotzenplotz kennen gelernt und ins Herz geschlossen. 

Woran liegt das Besondere an dieser Kasperlgeschichte, die sich schon seit 55 Jahren in den Kinderzimmern hält?

Gabi: Ich glaube, dass es trotz Einzug der medialen Welt in die Kinderzimmer immer noch faszinierend ist, mit welcher List und Leichtigkeit Kasperl und Seppel die beiden nicht ganz so ernst zu nehmenden Bösewichte, den Räuber Hotzenplotz und den Zauberer Petrosilius Zwackelmann, bezwingen. Ja, und wer liebt sie nicht, die spannenden und lustigen Kasperlgeschichten, die immer gut ausgehen!? J 

Glaubst du, die „Kinder von heute“ finden noch Freude an dieser einfachen Geschichte und den altbewährten Kasperltheater‐Figuren?

Gabi: Kinder können sich diebisch darüber freuen, wenn sie den bösen Räuber und auch den gemeinen Zauberer durchschauen und sie helfen dann selbstverständlich Kasperl und Seppel, damit das Gute siegt. Das ist aufregend! Kinder sind, glaube ich, das beste Publikum, das es gibt. Durch spontane und ehrliche Reaktionen spürt man sofort wie das Stück ankommt.  

Was ist das Besondere an dieser Geschichte?

Gabi: Die Großmutter, der Wachtmeister, die Fee und vor allen Dingen der Kasperl und der Seppel – alle helfen mit, die beiden Schurken zu besiegen.  Aber das Ende wird an dieser Stelle noch nicht verraten ...  Meiner Meinung nach ist das Stück zeitlos. Es lebt durch die verschiedenen Charakter der Figuren. Die Kinder können sich sehr gut in diese hineinleben und das macht es spannend.

Worauf legst du in deiner Inszenierung besonderen Wert?

Gabi: Wir möchten die Zuschauer durch eine zauberhafte und kindgerechte Darbietung begeistern.  Es gibt auch jede Menge Überraschendes … 

Der Räuber Hotzenplotz ist eigentlich ein klassisches Theaterstück mit nur 5 Schauspielern in Doppelrollen (Großmutter – Fee), (Dimpfelmoser – Zwackelmann). Wie hast du das gelöst?

Gabi: Ja, ich bin nämlich kein Freund von Doppelrollen! Ich habe jede Rolle extra besetzt. Jede Figur ist auch gleich wichtig und trägt sehr zum Gelingen einer Inszenierung bei. 

Wie ist die Rolle des Hotzenplotz in deiner Inszenierung angelegt?

Gabi: Ja, J unser Räuber ist ja an und für sich sehr (!!!) gefährlich. Er trägt sieben Messer und eine Pfefferpistole bei sich. Aber im Grunde seines Herzens ist er gar nicht so böse und auch wenig tollpatschig.

Was zeichnet ein gutes Kinderstück aus?

Gabi: Es sollte spannend und abwechslungsreich sein. Die Kinder sollen mit der Geschichte mit leben und diese auch verstehen. Auf keinen Fall darf ein Kinderstück Angst machen!

Was gefällt dir besonders an der Arbeit mit dem Team der Volksbühne Oberperfuss?

Gabi: Das ist heuer ja meine erste Regiearbeit. Das Tolle am ganzen Team ist, dass ALLE ausnahmslos hinter dem Stück stehen. Es ist faszinierend zu erleben, wie das Stück wächst, von der Bühne zur Technik, Maske und Requisite.  Ich freue mich bereits sehr auf die Probenarbeit mit den Spielern. Ich wünsche mir, dass jeder mit großem Spaß dabei ist.    

Du hast ja in der Vergangenheit schon oft die Assistenz übernommen, warum heuer die Regie?

Gabi: Der Räuber Hotzenplotz liegt mir ja schon sehr lange am Herzen – Ich versuche bei meiner ersten Regiearbeit mein Bestes und bin sehr froh, ein so starkes Team hinter mir zu haben.  

Gibt’s Herausforderungen?

Gabi: Ja sicher – Das Zusammenspiel der einzelnen Szenen und vor allen Dingen der Wechsel der Bühnenbilder ist sicher eine große Herausforderung.

Das letzte Märchen ist ja schon wieder 5 Jahre her, wird es auch heuer eine Matinee geben?

Gabi: Auf jeden Fall. Wir haben das letzte Mal sehr gute Erfahrungen mit der Matinee gemacht und bieten heuer an zwei Sonntagen zusätzlich zur Nachmittagsvorstellung eine Vormittagsvorstellung um 10.00 Uhr an.  

Habt ihr etwas Spezielles noch geplant?

Gabi: Ja, aber darüber möchte ich noch nichts verraten ... Es soll ja spannend bleiben. Es wird eine Kasperlgeschichte für die ganze Familie, bei der es viel zu lachen geben wird!

Für viele Kinder wird dieser Theater-Besuch der erste sein. Wie sollten sie sich vorbereiten, was würdest du empfehlen?

Gabi: Jedes Kind kennt im Grunde die klassischen Kasperlfiguren. Es bedarf hier sicher keiner besonderen Vorbereitung. Ich denke, Kinder fühlen sich aber wohler und die Vorfreude ist noch größer, wenn sie bereits vor dem Theaterbesuch genau über einzelne Figuren Bescheid wissen. Eine Möglichkeit wäre einfach, auf unsere Homepage zu schauen und sich dort Informationen zu holen. Die Kinder erkennen im Theater dann sofort die Figuren und sind schon gleich mitten drin im Abenteuer mit Kasperl und Seppel.

Danke für das Gespräch und viel Erfolg für deine erste Regie-Arbeit.



Das Gespräch führte Harald Lechner für die Volksbühne Oberperfuss. Alle Infos auch unter www.volksbuehne-oberperfuss.at oder auf facebook/volksbühne oberperfuss. Foto: Gabi Lorenz.