08.03.2017Jägerstätter

Die Sendersbühne Grinzens spielt seit  Anfang März Felix Mitterers „Jägerstätter“ im Gemeindessal Grinzens. Bereits zum zweiten Mal entscheidet sich der Theaterverein ein Stück des Tiroler Autors zu spielen. Für „Mein Ungeheuer“, welches von Katharina Trojer und Sieghard Larl in einer Inszenierung von Helmut Leitner zu sehen war, wurde die Sendersbühne im Vorjahr mit dem Tiroler Volksbühnenpreis ausgezeichnet.
Nach dem großen Erfolg von „Ein Sommernachtstraum“ (W. Shakespeare) 2016 im Stadel am Broslerhof, konnte erneut Philipp Rudig als Regisseur gewonnen werden.  Mit im Team, welches hinter den Kulissen arbeitet, sind noch Veronika Stemberger und Salha Fraidl als Ausstatterinnen, und Michaela Senn, welche gemeinsam mit Lisa Hörtnagl für die Visuals verantwortlich ist.
Zum Inhalt:
„Ende Februar 1943 geschieht in der oberösterreichischen Kaserne Enns etwas Ungewöhnliches. Franz Jägerstätter, ein Landwirt aus der kleinen Gemeinde Sankt Radegund, verweigert aus Gewissensgründen den Wehrdienst.
Er sagt Nein zu einem verbrecherischen Regime. Es wird ihm Ungehorsam und Hochmut vorgeworfen. Absolut niemand versteht sein Nein. Weder die eigene Familie, die Dorfgemeinde, noch der Klerus, bei dem er sich Rat und Segen erhofft.
Franz weiß, welche Strafe sein Nein mit sich bringt. Lange versucht seine Frau Franziska vergebens, ihn umzustimmen, bis sie sich schließlich hinter ihn stellt: „Wenn ich nicht zu ihm gehalten hätte, hätte er gar niemanden gehabt.“
Franz Jägerstätter wird inhaftiert, zum Tode verurteilt und am 9. August 1943 enthauptet.
Fast siebzig Jahre kämpft die hinterbliebene Franziska darum, dass sein Widerstand Würdigung erfährt. 2007 schließlich wird Jägerstätter selig gesprochen.“
10 Jahre nach Jägerstätters Seligsprechung ist seine Geschichte in Grinzens zu sehen. Als erste Bühne Tirols konnte sich die Sendersbühne die Rechte am Stück sichern. Premiere war  am 4. März, dem Geburtstag der verstorbenen Franziska Jägerstätter. In der Hauptrolle ist Simon Jetzinger zu sehen. Simon spielte bereits als Kind seine ersten Rollen bei der Sendersbühne. 2006, bei der „Passion Grinzens“ von Ekkehard Schönwiese, wirkte er erstmals im Erwachsenenensemble mit. Er spielte einen der Jünger Jesu (Andreas). Ein Jahr später verkörperte er den Severin Anderlan im Freilichtspektakel „Tiroler Freiheit“ (ebenfalls von Ekkehard Schönwiese). Seitdem ist er regelmäßig auf den Brettern, die die Welt bedeuten zu sehen. Im Vorjahr eroberte er als Demetrius die Bühne im Stadel am Broslerhof, in dem Shakespeares „Sommernachtstraum“ die Zuschauer verzauberte. Seit 2008 ist Simon Teil des Sendersbühnenvorstandes, 2014 wurde er zum Stellvertreter der Obfrau gewählt. Mit „Jägerstätter“ stellt er sich seiner bisher größten Herausforderung.  An seiner Seite spielt Magdalena Zorn Franziska Jägerstätter. Magdalena machte ihre ersten Theaterschritte am Volkstheater Axams. Seit einigen Jahren spielt sie bei der Sendersbühne. Ihre erste Rolle war 2013 die der Raclette in „Beatles an Bord“, 2015 war sie Teil des „Knödelkrimi“ Ensembles.  In weiteren Rollen sind zu sehen: Ingrid Stern (Rosalia, Mutter von Franz Jägerstätter), Barbara Ortner (Theresia, Mutter seines ledigen Kindes), Michael Trojer (Oberlehrer, Ortsgruppenleiter), Josef Zeisler (Pfarrer Fürthauer), Josef Leitner (Bürgermeister), Christian Stern (Rudi, Großbauernsohn), Dominic Sirocy (Bischof von Linz), Gerhard Marini (Offizier, ältester Oberst in Enns), Peter Wolf (Dr. Feldmann), Bettina Walder (Wirtin).