Edelweißdirndl, 's

Volksstück von Franz Rieder

ID# 233-19
Verlag Rieder
Akte 5
Dekorationen 2
Männer 8
Frauen 2
Kinder
Personen

Seit dreißig Jahren sind die Kantner Pächter vom Lindehof und trachteten auch schon solange, Besitzer dieses prächtigen Hofes zu werden. Aber immer wieder gab es Hindernisse. Oberlinder, ein alter Junggeselle und Besitzer dieses Hofes, war ein kränklicher Mann und starb vor zehn Jahren. Die alte Ness, die so wenig von dieser Welt brauchte, ihr aber doch soviel gab, pflegte den alten Oberlinder, und als er starb, übergab er der Ness ein Geheimnis - Sein Testament. Davon wußte der Kantner, und er verlangte von der Ness unter vier Augen, was eines Mannes unwürdig ist - aber die Ness hatte ein lebendiges Gewissen, und ihr war der Letzte Wille des Verstorbenen mehr, als ein unehrenhaftes Angebot eines Lebenden. Sie hatte mehr Furcht vor Gott als vor den Menschen und dafür schwor ihr der Kantner Todfeindschaft. Die Ness blieb ehrlich und der Kantner weiterhin nur Pächter. - Everl, ein armes Waisenkind, am Kantnerhof aufgenommen und aufgezogen, rein und schutzlos wie das Edelweiß, wurde nun das grausame Opfer dieser Feindschaft, weil sie ihrem Gewissen folgte und einer hilflos Sterbenden den letzten Bissen reichte - es war die Ness. Aber Gott läßt kein Opfer ohne Lohn und keinen Sünder ohne Strafe. Valentin, der Altknecht, hat wohl recht, wenn er eine Handlung, die wie ein wilder Sturm durch die Adern braust und doch in dem Geheimnis der Liebe gipfelt, abschließt mit den Worten: "Der Mensch denkt, aber Gott lenkt". Everl, das Edelweißdirndl, wird Herrin des prächtigen Hofes, und all das Leid, das ihr Kantner zufügte, lohnt sie mit verzeihender Liebe.
Ein Spiel voll echter Bauernseele! - Sie müssen es lesen, dann werden Sie den Ausdruck glühenden Lebens empfinden.
Der Verlag