Der scheinheilige Florian oder: Das 300jährige Gmeindsjubiläum

Lustspiel von Franz Rieder

ID# 111-20
Verlag Rieder
Akte 3
Dekorationen 1
Männer 6
Frauen 2
Kinder 0
Personen 8

Die Gemeindepolitik ist nun einmal eine Sache, wo der Schlauere siegt und wenn ein solcher nicht da ist, dann entscheidet eben das Schicksal. Und so ist es auch beim Florian - ein Schicksalschlag um den anderen - und nicht ohne Grund ist er zur Erkenntnis gekommen, dass seine Kinder einmal Zementköpfe bekommen, um die harten Schicksalsschläge besser aushalten zu können. J- und wie beginnt nun die Gaudi? Ach ja - beim feierlichen Fußbad unseres Herrn Bürgermeisters Florian Stinzelhuber. Aber da könnt' ja gleich der Teufel einen Eisbär verschlucken - es ist einfach zum verrecken: das Wasser zu kalt, dann verbrennt ihm die Cilli die Füß und knallt den Wassertopf auf seine Hüheraugen und Cyrill, eine einmalige Ausgabe von einem Gemeindediener, fällt sterhagelbesoffen mit dem Beschlußbuch in die Bildwanne und erwischt den moralbesessenen Bürgermeister beim Bildanschauen dörflich verbotener Zeitungen. Kaum vom Schrecken erholt, marschiert schon die Feuerwehrkapelle mit sämtlichen Vereinen auf - die Cilli stellt fest, dass der Florian den 45. Geburtstag hat - er springt aus dem Wasser, hält eine Rede, der Cyrill trocknet ihm die Füße dabei ab, springt schier in die Luft, weil er so kitzlig ist - dann stellt man fest, dass er schon 48 Jahre ist und das Ganze ein Irrtum war und das Ständchen für die Bewilligung des Baues eines Sportplatzes gegolten hat, wovon Florian keine Ahnung hatte und den Prügelknaben im Gemeinderat machen muss. - Ja - und jetzt beginnt die Ratssitzung! Das Beschlußbuch steht in Flammen, den Bau einer Bierentwöhnungsanstalt hat die Regierung abgelehnt, mit der Errichtung einer Rattenvergiftungsfabrik wird es nichts - die Gründung eines Kegelklubs wird nicht genehmigt und gegen ein Schwimmbad sind alle schärfstens dagegen. Aber plötzlich hats geschnackelt: "Wir feiern das 100jährige Gmeinsjubiläum!" Vollst Eintimmigkeit und ein Fest soll es werden, dass die Weltgeschichte davon schreibt. Aber immer kommt halt etwas dazwischen und jetzt das Fräulein Anna-Klara, denn sie fordert, dass mit würdigem Ernst das Fest begangen wird und stellt die Bedingung an diesem Tage keine alkoholischen Getränke auszuschenken, sondern nur Mineralwasser und Fruchtsäfte. Jetzt ist was los: Zacharias und Kilian sind schärfstens dagegen - Florian dafür, Cyrill wankt und Lausl schließt sich, ganz ruhig wie man sagt, der Mehrheit an.
Der 2. Akt bringt die Münchner Reise des geteilten Gemeinderates Florian und Anna Klara fahren zum Archivamt und die anderen schlagen sich auf die Seite ihrer schärfsten Gegner, zum Sportverein. Florian erreicht beim Regierungsrat Schnauzinger nicht bloß das 100jährige, sondern der Schnauzinger meint: "Warts noch ein Jahr, dann feierts gleich das 300jährige!" Und so kommt es auch. Der 3.Akt steigert nun die Handlung zum Höhepunkt und zeigt die Feier des 300jährigen und bringt die mords Rede von Florian, mit der er einen Viehändler begrüßt, der mit dem Regierungspräsidenten verwechselt wird und entlarvt letzten Endes die geheime Liebschaft des Bürgermeisters mit Fräulein Anna-Klara und macht aus unserem scheinheiligen Florian einen pfunds-Ehemann. Sie müssen das Stück lesen, denn diese Gaudi ist nicht zu beschreiben. Viel Spaß und vergnügte Stunden wünscht Ihnen dazu
der Verlag