Heimweh am Wolgastrand oder: Wenn die Mutter segnet und der Himmel weint

Schauspiel von Franz Rieder

ID# 114-09
Verlag Rieder
Akte 3
Dekorationen 1
Männer 7
Frauen 3
Kinder 1
Personen 11

"Wenn die Mutter segnet und der Himmel weint" - das ist der ahnungslose Anfang - und "Heimweh am Wolgastrand" - der erschütternde Höhepunkt eines Familiensschiksals , das mit einem dornigen Kreuzweg endet und tausendfach in unserem Volk wohnt, aber durch die Hast der Zeit übersehen wird. Darum geht es in diesem Schauspiel um Probleme, die noch frisch und wund in vielen Mutter- und Witwenherzen ruhen, aber nicht mehr viel beachtet werden, weil es hier um die Schwachen, Machtlosen und Leidenden geht.
Mutter Regina, eine arme Kriegswitwe, wartet sehnsüchtig mit ihrem Töchterlein Angelika und dem alten Onkel Stefan auf die Rückkehr Ihrer Sohnes Rudolf aus russischer Gefangenschaft. Die kleine Rente reicht nicht aus, um Angelika doch einigermaßen menschenweürdig zu erziehen. Sie verdient sich ihr klägliches Brot nich nebenbei durch Strickerei und auch die kleine Angelika kann nicht mit den anderen Kindern auf der blühenden Wiese spielen, sondern muß frühzeitig die Heimarbeit lernen. Sie tut es aber gerne, weil sie ihre Mutter von herzen lieb hat und es ihr leid tut, wenn sich die arme Mutter für sie opfert. - In dieses stille Glück, das ohnedies so mit Leid umfrieden ist, tritt plötzlich Jakob Raßfelder, der Mietherr. Ein reicher Mann, aber herzlos, wenn es sich um einen Mietrückstand handelt. Es sind 50 Mark, die Mutter Regina schuldet und wegen der Krankheit ihres Kindes nicht zahlen kann. Raßfelder hat fpr das Gejammer einer "Lustigen Witwe" natürlich nichts übrig - er lebt vom Geld, aber nicht vom Mitleid. Er wird nun jener herzlose Held, der drei arme Menschen (am Heiligen Abend) obdachlos machern will. Kein gutes Wort, kein Bitten und Flehen können Raßfelder erweichen - er fordert sein Recht. Die Weihnachtsglocken läuten und drei arme Menschen bangen bitterlich, denn sie sollen auf die Straße gesetzt werden. Raßfelder erscheint ( unter dem Eihnachtsbaum) und fordert mit letzter Entschiedenheit den Mietrückstand. Doch nun schickt Gott eine große Freude, aber mit ihr auch ein erschütterndes Leid. Rudolf keht nach zehn Jahren als Blinder aus der Gefangenschaft zurück. Vor diesem Leid erschaudert sogar Raßfelder und erkennt seine Armseligkeit. - Das sind nur kleine Splitter, die stichwörtlich einen Teil der Handlung herausheben.
Der Verlag