Der verlorene Sohn oder: Wahn und Reue

Volksstück von Franz Rieder

ID# 116-06
Verlag Rieder
Akte 5
Dekorationen 5
Männer 7
Frauen 3
Kinder 1
Personen 11

"Virgil und Olga Merzen, arme, zufriedene und tief - fromme Mesnerleute, haben zwei Söhne. Der eine wird Missionsarzt, der andere ein Verbrecher. Jürgen, der Ältere, ist beseelt von tatenfroher Liebe, bringt größte Opfer für sein Studium, erreicht sein Ziel und schenkt sich anderen in heilender und helfender Liebe. Materiell gesehen ist er arm, aber innerlich ist er rein, frei und reich. Sein Bruder Olf ist geistig nicht so be- gabt, vielleicht auch etwas faul, will nicht einmal ein Handwerk lernen und wird Hilfsarbeiter. Eines Tages schleicht sich der Neid listig bei ihm ein. Olf tut nichts dagegen, läßt seinen Gedanken freien Lauf, und ehe er sich's versah, war er machtlos. Neid und Haß hatten ihn in den Klauen. Er wird unzufrieden, erhebt die Faust gegen den Vater, fällt falschen Freun- den in die Hände, geht in die Großstadt, versumpft, wartet zuerst gierig, dann ängstlich auf das große Glück, es kommt aber nicht. Er sitzt hinter Gefäng- nismauern, der Teufel lockt ihn wieder, es ist alles ver- loren. Als Ausgestoßener irrt er in der Welt umher, er findet keinen Anschluß mehr an die Gesellschaft und will Selbstmord begehen. Aber für ihn wurde viel geopfert und gebetet. Er findet nach bitteren Irrwegen zurück, und groß ist die Freude bei den Seinen."