Dogville

Drama

ID# 078-93
Verlag Rowohlt
Akte
Dekorationen
Männer
Frauen
Kinder
Personen

Bearbeitung: Konrad Hochgruber (dieses Stück liegt in unserem Archiv NICHT auf!)

Dogville ist ein abgelegenes Dorf in den Rocky Mountains zur Zeit der Großen Depression. Die Ruhe der Stadt wird plötzlich gestört von einer jungen Frau, Grace, die von Gangstern verfolgt wird. Nach einer Abstimmung geben die skeptischen Einwohner Grace zwei Wochen Zeit, sich in Dogville zu bewähren. Auf Toms Anregung hin gewinnt Grace durch Hilfsdienste das Wohlwollen der Gemeinschaft und darf bleiben. Auch ein kleines Einkommen wird ihr zugestanden. Doch als bekannt wird, dass Grace von der Polizei gesucht wird, kippt die Stimmung.
In „Dogville“ werden die Grundfragen der Gastfreundschaft, Macht, Missbrauch, Schuld und Vergeben immer wieder aus verschiedenen Richtungen beleuchtet. Dogville liegt zwar in Amerika, doch wirkt es selbst wie eine Umkehrung des amerikanischen Traums: statt Freiheit und Gerechtigkeit, herrschen in Dogville Abhängigkeit, Erniedrigung und Rache. In diesem Sinne steht Doville für alle Orte, wo es Fremde und Einheimische, Mehrheiten und Außenseiter gibt. Lars von Trier beruft sich bei Dogville auf die Dreigroschenoper von Bert Brecht, und gleichzeitig ist der aktuelle Bezug nicht zu übersehen.
Die vergangenen Wahlkämpfe in Deutschland und Österreich wurden hauptsächlich von einem Thema beherrscht und zwar von der sogenannten „Flüchtlingsfrage“. Nach anfänglich großer Hilfsbereitschaft werden nun die Forderungen und Einschränkungen in Richtung der Flüchtlinge immer größer. Sie müssen immer schärfere Kriterien erfüllen und die Integrationserwartungen steigen. In der Kleinstadt Dogville gibt es normalerweise keine Fremden und beim Auftauchen der schönen Fremden herrscht anfänglich große Skepsis. Dank eines sogenannten Gutmenschen wird sie von den Dorfbewohnern immer mehr aufgenommen, aber als Gegenleistung soll sie für die Gemeinde kleinere Aufgaben erledigen. Dankbar willigt Grace ein, wird aber schon bald immer hemmungsloser ausgenutzt, gedemütigt und misshandelt. Die friedliche Ordnung bekommt Risse, und aus der Idylle wird ein monströser Alptraum.
Lars von Triers Film als Parabel auf die Unbarmherzigkeit der (amerikanischen) Gesellschaft gedacht, wirft die Frage auf, ob es sowas wie Moral gibt oder ob wir nur unseren Trieben folgen.