Alles auf Anfang

Zeitstück von Elmar Drexel

ID# 081-12
Verlag Autor
Akte
Dekorationen
Männer 4
Frauen 6
Kinder
Personen 10

Der Junglehrer Markus tritt im Herbst seinen Dienst an der neuen Schule an. Er lädt seine zukünftigen Kolleginnen und Kollegen zu sich nach Hause ein, wo seine Mutter Weißwürste, Brot und Senf serviert. Man ist unter sich. Es wird proklamiert, schwadroniert und vom Leder gezogen. Die intellektuelle Elite weiß, was unserer Welt fehlt, macht Aussagen und stellt Forderungen. Da gibt es Kulturpessimismus, Kapitalismuskritik und Ansätze zum Feminismus. Unter der glänzenden Oberfläche pädagogischer Überlegenheit brodelt es jedoch: Der Universitätsassistent Christoph, "enfant terrible" und Freund der Familie, provoziert mit sexueller Direktheit und giftigen Kommentaren, bis die Situation schließlich eskaliert. Einzig Elena, die Schwester von Marcus, bleibt seltsam unberührt von den Ereignissen. Sie beobachtet still und hält dennoch die Fäden in der Hand.

Elmar Drexels Blick auf die Krise der akademischen Mittelschicht

Elmar Drexels Stück, ist einerseits ein skurriles (Lehrer-)Geisterkabinett, erlaubt andererseits aber auch einen präzisen Blick auf die Krise der akademischen Mittelschicht, einen Blick auf unsere Empörungsgesellschaft: Jeder weiß, was zu tun wäre, aber keiner rafft sich auf, wirklich etwas zu tun. Stattdessen verstrickt man sich in Eifersüchteleien, Scheinheiligkeit und Prestigedenken. Am Ende bleibt das Sexuelle, als letzte direkte Erfahrung. Und sogar da scheitert man zumeist.

 

Nächster Termin

26.10.2018 20:00 Westbahntheater ▸