Die Räuber am Glockenhof

Volksschauspiel von Rudolf Brix
ID# 422-06
Verlag Österreichischer Bühnenverlag Kaiser & Co. Ges.m.b.H.
A-1010 Wien, Am Gestade 5/2
Akte 3
Dekorationen 15
Männer 29
Frauen 6
Kinder
Personen 35
Ein Räuberhauptmann, der sein Handwerk aufgeben will, wird von seiner Geschichte verfolgt und ist nicht in der Lage, wieder ein bürgerliches Leben zu beginnen. Verstrickt in alte Schuld, kann ihn auch die Liebe einer jungen Frau nicht retten. Er wird für seine Untaten bestraft und stirbt unter dem Beil. In Anlehnung an einen historischen Vorfall behandelt das Stück einen Typus, der in England mit Robin Hood verbunden ist und für den viele Länder ihre eigenen Gestalten haben. Allesamt sind sie ehrliche Räuber, ins Räubertum verstrickte Volkshelden mit mehr oder minder sozialem Gerechtigkeitsempfinden. Diese negativen Helden binden in sich Sehnsüchte von Gerechtigkeit und sind somit Mythen Unterdrückter, die wesentlichen Aufschluß über die Volkskulturgeschichte eines Landes geben können. Die Tiroler Version legt ihr Hauptaugenmerk auf die Vergeblichkeit der Rückkehr in die Bürgerlichkeit. Es werden also nicht so sehr Gewalttaten beschrieben, mit denen sich Gesetzlose gegen Ungerechtigkeiten eines Systems stellen, auch ist hier nur am Rande von revolutionären Ideen die Rede. Vielmehr geht es um die Tragik, derzufolge es trotz guten Willens keine Umkehr gibt. Das Böse lebt weiter, wenn es nicht gesiihnt wird. Gerechtigkeit muß sein.
siehe auch 145-20 (Kurzfassung von Toni Bichler)